Montag, 12. Dezember 2016

Personalauswahl per Klick

Wird ein alter Personalertraum endlich wahr?

Wieviele Versuche hat es schon gegeben Personalauswahl zu objektivieren, zu standardisieren und auch zu vereinfachen? Interviewleitfäden für strukturierte Interviews, Fragebogen, Tests, Assessment Center wurden und werden in verschiedenen Variationen angeboten. Viele dieser Instrumente haben sich durchaus auch bewährt und etabliert.
Doch irgendwann in jedem Personalauswahlprozeß kommt die letzte entscheidende Runde, die Gespräche mit den zwei oder drei Kandidaten (m/w), die in der engsten Auswahl sind. Und dann schlägt die Subjektivität erbarmungslos zurück. Der Top-Kandidat wird dem nächsthöheren Vorgesetzten vorgestellt - und der stört sich an dem zu modischen Outfit des Bewerbers. (Eigenes Erleben: O-Ton: "Haben sie gesehen, was der für Schuhe an hatte?") Durchgefallen - der Nächste bitte.

Freitag, 2. Dezember 2016

Arbeitsministerin will flexibleres Arbeiten testen lassen

Aber warum braucht man dazu eine zweijährige Experimentierphase mit wissenschaftlicher Begleitung?

Die Idee und das Vorhaben sind sind ja gut. Frau Nahles will das flexiblere Arbeiten erleichtern und plant dafür eine Öffnungsklausel im Arbeitszeitgesetz. Eine Reform dieses Gesetzes ist längst überfällig. Gut ist auch, dass sie die Tarifpartner mit einbinden will. Dann sitzen nämlich Leute am Tisch, die näher an der Praxis sind und die Anforderunden der Branchen besser kennen, wie die Juristen im Ministerium. Doch warum knüpft sie das Vorhaben an die Bedingung, zunächst nur zwei Jahre befristet und mit wissenschaftlicher Begleitung?

Freitag, 25. November 2016

Zielvereinbarungen und Mitarbeitergespräche ade!?

Traditionelle Führungsinstrumente werden hinterfragt.

Da ich an dieser Stelle schon seit langem Instrumente wie Zielvereinbarungs- oder Beurteilungssysteme kritisch diskutiere, freut es mich, dass es in letzter Zeit häufiger und nach meinem Eindruck auch zunehmend kritische Stimmen dazu aus dem HR-Umfeld gibt. (So bspw. am vergangenen Samstag in SWR 1 BW in der Sendung "Arbeitswelt" von Prof. A. Trost)
Was spricht dagegen?

Sonntag, 20. November 2016

Ich kann das Gejammere des Handwerks wegen Nachwuchsmangel nicht mehr hören.

In den letzten Monaten habe ich einen jugendlichen Flüchtling, der im Sommer hier in Deutschland seinen Schulabschluß gemacht hat, im Rahmen seiner Berufsorientierung betreut. Wir haben auch etliche Bewerbungen an Handwerksbetriebe geschickt. Den wenigsten haben bis heute - nach zwei Monaten - geantwortet. Nicht einmal Absagen werden verschickt. Von einem Hörgeräteakustiker kamen die kompletten Bewerbungsunterlagen einschließlich Anschreiben ohne Kommentar zurück - so als wären sie nie gelesen worden.
Ich will hier gar nicht von Wertschätzung gegenüber Bewerbern reden. Aber für viele Handwerker scheint Personalmarketing ein Fremdwort zu sein. Da nützen auch die tollsten Kampagnen der Kammern und Verbände nichts, wenn die einzelnen Betriebe sich so verhalten.
Aber dann sollen sie auch nicht jammern.


Freitag, 18. November 2016

Moderne-Arbeits-Welt-Lyrik

"Früher war sie (gemeint ist die Arbeit) ein funktionaler Teil des Lebens, und die Familie der emotionale. Heute muss Arbeit das Emotionale mitliefern."

"Je leidenschaftlicher man seinen Beruf ausübt, desto unwichtiger werden die Grenzen zwischen Work-Life-Play."

Zwei besonders gelungene Beispiele aus dieser Literaturgattung. Man muss sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Gefallen sind diese Zitate auf einer Konferenz der ZEIT mit dem Titel Work & Style.
Versuchen wir einmal zu verstehen, was uns der erste Spruch sagen will. Früher hatte die Arbeit die nur Funktion den Lebensunterhalt zu sichern. Alles was mit Emotionen zu tun hatte, lieferte die Familie. Heute muss auch die Arbeit die Emotion mitliefern.
Hier muss ich gleich wieder an meiner Freunde die Paketauslieferer denken. Die bekommen mit Sicherheit ihre Emotionen geliefert, wenn sie ein Paket in den vierten Stock schleppen müssen und der Adressat ist nicht da.

Montag, 14. November 2016

SAP Mitarbeiter können Arbeitszeit und Ort weitgehend selbst bestimmen

Es geht doch, möchte man meinen, zumindest wenn man den Veröffentlichungen in der Presse glauben darf. Die deutschen SAP-Mitarbeiter können künftig selbst darüber entscheiden, wo und wie lange sie arbeiten wollen. Das Prozedere klären die Mitarbeiter mit ihren Chefs ab. Arbeitszeiten und -orte sollen im Einklang mit den betrieblichen Erfordernissen stehen. Auch längere Auszeiten sind möglich für die, die sich um Kinder oder pflegebedürftige Eltern kümmern müssen. Leider gehen die Details der Betriebsvereinbarung nicht aus den Veröffentlichungen hervor. Wenn es tatsächlich so unkompliziert geht, wie es sich anhört, kann das ein guter Schritt sein.

Wie kann man Leistung im Entgelt berücksichtigen?

Gar nicht - und man braucht es auch nicht.

Die Versuche, das Entgelt von Beschäftigten an ihrer individuellen Leistung zu orientieren sind Legion. Dahinter steckt die Absicht, durch eine "leistungsgerechte" Bezahlung die Leistung zu steigern. Wenn die Mitarbeiter für mehr oder bessere Leistung mehr Geld bekommen, so der Gedanke, steigt auch der Output. Im Ergebnis wird dieses Ziel jedoch höchstens näherungsweise erreicht, oft sogar verfehlt.