Posts mit dem Label Recruiting werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Recruiting werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. März 2018

Wann ist eine Personalabteilung innovativ?

Sie ist vor allem dann noch nicht innovativ, wenn sie ihre Aktivitäten mit Anglizismen ettiketiert. Darum kann auch eine sich altertümlich "Personalabteilung" nennende Funktion innovativ sein.
Sie ist auch dann nicht innovativ, wenn sie zu sehr um sich selbst kreist und meint Innovation komme zusagen automatisch mit einer anderen Organisation. Bevor die Personaler sich fragen, welche Organisation die richtige für die Zukunft ist, sollten sie sich fragen, wie sie ihr Kerngeschäft auf die Zukunft ausrichten.
Was gehört zum Kerngeschäft?

Personalbeschaffung

Zweifellos eine elementare HR-Aufgabe. Die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu haben ist die Aufgabe mit der die Personaler in ihrer Organisation immer noch am besten punkten können.
Das ist die Aufgabe mit der sie sich selbstbewußt im Unternehmen profilieren können. Hier können sie den Spieß umdrehen und Fragen und Forderungen stellen: Wie sieht Eure Vorstellung von der Zukunft Eurer Funktion aus? Was für Leute braucht ihr dafür? Das bedeutet nicht, die Kollegen mit einer bürokratischen, sogenannten strategischen Personalplanung zu traktieren, sondern gemeinsam zu erarbeiten, wie man im Bewußtsein einer unsicheren und komplexen Zukunft flexibel und schnell am Personalmarkt agieren kann. Das bedeutet aber sehr wohl von den Führungskräften einzufordern, wie sie auf die in jedem Fall ja bekannten Altersabgänge des kommenden Jahres reagieren wollen.
Das setzt voraus, die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu kennen, sehr gut zu kennen und nicht nur mediales Geraune unreflektiert nachzuplappern - Stichwort "Fachkräftemangel".
Gerade diese "alten" HR-Tugenden sind ein elementarer Beitrag zur Innovationsfähigkeit des Unternehmens.
Erst auf dieser Basis können die neuen Technologien, die selbstverständlich bei der Rekrutierung genutzt werden müssen, ihre Wirkung entfalten. Auch hier müssen die Personaler ihr Ohr und ihr Auge am Puls der Entwicklung haben. Dabei müssen sie sich bewußt sein, dass gerade dieses Feld immer wieder von Moden beeinflußt wird. Innovativ sein heißt nicht, auf jedes Brett zu springen, was einem hingehalten wird. Hier ist reflektierte Aktivität gefragt.
Eines aber ist für die Personalgewinnung nach wie vor von großer Bedeutung und wird in Zukunft nach meiner Einschätzung noch wichtiger. Dahinter müssen Gesichter stehen. Die Bewerber wollen sehr früh im Prozeß zu Menschen Kontakt haben. Menschen, die Ihnen zur Verfügung stehen, mit Auskünften und schneller Bearbeitung ihrer Bewerbung, auf welchem Weg die auch immer ins Unternehmen gelangt ist. Ich wage die Prognose, dass die Unternehmen am Bewerbermarkt einen Vorsprung haben, die eine persönliche Ansprache anbieten. So nützlich und angenehm gut funktionierende Work Flows auch sein können, sie ersetzen nicht den persönlichen Kontakt.
Der Bewerbungsprozeß muss für beide Seiten so unkompliziert und zügig ablaufen wie möglich.
Dafür ist der Einsatz moderner Technologien unbedingt notwendig. Das darf aber nicht - und auch das gilt für beide Seiten - auf Kosten der Sorgfalt gehen. Ein Stellenwechsel ist auf der Bewerberseite wie auch eine Stellenbesetzung auf der Unternehmensseite immer noch eine Entscheidung bei der Fehler gravierende Folgen haben können. (Siehe meinen Post vom 26.1.)
Am Beispiel der Personalbeschaffung wird deutlich, dass Innovation sich nicht nur auf die Anwendung neuer Methoden und Technologien beschränken kann, sondern gleichzeitig auch Bewährtes mit integrieren muss.



Freitag, 26. Januar 2018

Vorstellungsgespräch per Handy

Chatprogramme helfen bei der Personalauswahl

"Wir haben den Lebenslauf schon vor zwei Jahren abgeschafft...in digitalen Berufen sagen die Erfahrung und der Uni-Abschluß wenig über den Erfolg im Unternehmen aus." Persönlichkeit und erfolgreiche Projekte seien wichtiger. So wird eine Personalexpertin von Hub:raum der "Start-up-Schmiede" der Deutschen Telekom in der ZEIT zitiert.
Als "alter" Personaler reibt man sich verwundert die Augen. Ist ein abgeschlossenes Studium in einem vertretbaren Zeitrahmen nicht auch ein "erfolgreiches Projekt"? Zeigt sich Persönlichkeit nicht auch im Lebenslauf? Man kann sich ja von einem Chatprogramm, einem sogenannten "Chat-Bot", bei der Personalauswahl helfen lassen. Aber man muss man deshalb die bewährten Instrumente über Bord werfen?
Auch wenn bei Hub:raum darufhingewiesen wird, dass die Entscheidung immer noch der Mensch treffe, auf welcher Grundlage trifft er sie dann? Nur auf den Informationen, die der Bot vorsortiert hat? Zu Recht erwähnt der Artikel das Risiko, dass die Software nicht richtig prorammiert sein könnte und durch eine falsche Auswahl dem Unternehmen sogar schaden könnte, indem durchaus passende Kandidaten durch das Raster fallen.
Was ist denn mit den vielbeschworenen Querdenkern,  die in den Unternehmen angeblich so dringend gebraucht werden? Der Einsatz von Chat-Bots zeigt einmal mehr, dass diese Forderung nie so richtig ernst gemeint war. Die Auswahl per Algorithmus wird im Windkanal abgeschliffene Kandidaten ins Unternehmen befördern, keine Persönlichkeiten mit ausgeprägtem Individualismus.

Mittwoch, 19. März 2014

Bewerberauswahl im Netz

Ist das Bewerberprofil wichtiger oder das Anforderungsprofil der Stelle?

Personalrekrutierung mit Hilfe von Social Media wird seit Existenz dieser Medien von den Personalmarketinggurus und von Recruitern propagiert. Die Realität indes sieht anders aus wie aktuelle Studien belegen. In vielen Unternehmen wird mehr darüber geredet ohne das Instrumentarium professionell zu beherrschen und bei den Bewerbern findet dieser Weg der Bewerbung noch nicht die rechte Akzeptanz. Gleichwohl geht auch hier die Entwicklung weiter. An der Universität Cambridge wurde ein statistisches Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe man aus Facebook-Profilen Psychogramme über die Nutzer erstellen kann. Das Programm "youarewhatyoulike" (nach Sonntag Aktuell, 9.3.) destilliert aus Likes, Bildern, Gruppen, Freunden Persönlichkeitseigenschaften des jeweiligen Nutzers, die dann auch bei der Bewerberauswahl eingesetzt werden können und nach Aussage der Autoren ein hohe Vorhersagekraft zu den Eigenschaften des Bewerbers haben.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Das Online-Recruiting-Dilemma

Der Personalberater Zaborowski beklagt sich in seinem Blog (gestern getwittert von HR Manager) über die mangelnde Akzeptanz von sozialen Netzwerken bei jungen Studenten, wenn es um die eigene Stellensuche geht. Bei Auftritten in Dualen Hochschulen stellt er bei den StudentInnen, die für ihn natürlich zur Generation Y gehören und "alle pauschal irgendwie High-Potentials" sind "Ahungs- und Ideenlosigkeit" fest, was die karriereorientierte Nutzung von sozialen Netzwerken angeht.