Montag, 24. September 2018

Wie sieht die Personalabteilung der Zukunft aus?

Welche Funktionen braucht man in HR und welche nicht?

An den drei Kernfunktionen des Personalwesens wird sich nichts ändern:  Personalbeschaffung, Betreuung und Administration.

Beschaffung
Die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle zu bringen. Das ist der Erfolgsfaktor für HR. Und das ist weit mehr wie Personalmarketing und Dauerpräsenz auf allen Social Media Kanälen. Das bedeutet immer auf dem neuesten Stand zu sein über die Entwicklung der externen und internen Rahmenbedingungen. Das bedeutet, die anderen Funktionen mit der Frage zu nerven, welche Leute mit welchen Qualifikationen braucht ihr? Und zwar ständig, nicht nur alle drei Jahre und das in eine strategische Personalplanung zu schreiben, die schon nicht mehr stimmt, wenn die Tinte getrocknet ist. Das erfordert sorgfältige und professionelle Auswahl, gerne unter zur Hilfenahme moderner Technologie. Aber die Entscheidung muss von Menschen gefunden und getroffen werden.




Die moderne Personalabteilung braucht keine Stabsfunktionen. Personalplanung, -strategie, -controlling sind angesichts sich schnell ändernder Verhältnisse aufgrund ihrer Schwerfälligkeit obsolet.

Sonntag, 16. September 2018

Warum immer Team?

Zuerst  kommen die Individuen, dann das Team

Beginnen wir mit einigen Zitaten aus einem Interview  mit dem Fußballtrainer Peter Hyballa:
"Die Strukturen (gemeint sind die vom DFB nach 2000 angelegten Strukturen) haben Einheitlichkeit und Stromlinienförmigkeit hervorgebraht....Es gab nur noch die Gemeinschaft." Nachwuchsspielern wird nicht mehr das "beidfüßige Spielen" beigebracht. "Die ganz Taktik ist auf mannschaftliche Geschlossenheit ausgerichtet." Dribbling ist verpönt. "Es geht nur noch ums Schwarmverhalten, alle sind gleich wichtig." Und dann kommt das Entscheidende: "Individualisten wollen ein bißchen allein sein. Oder sie wollen Liebe......Der Spieler wird nicht mehr gelobt, es wird die Mannschaft gelobt."
Für meinen Post "Mythos Team" habe ich - nicht überraschend - auch Kritik bekommen.
Doch Herr Hyballa stößt ins selbe Horn. Das Team darf nicht "über alles" gehen. Teamförderung darf nicht zu Lasten der individuellen Bildung und Entwicklung gehen. Wenn die "mannschaftliche Geschlossenheit" überbetont wird, können individuelle Leistungsspitzen verloren gehen. Umgekehrt gehen individuelle Schwächen im Team unter. Sie werden mitgetragen, wenn sie nicht allzu ausgeprägt sind. Mitläufer, die sich anpassen, fallen nicht so schnell auf. Die schlimmeren Fälle werden Opfer des Gruppendruckes, was wiederum von Führungskräften sogar begrüßt wird. Aber auch das erzeugt Reibungsverluste und geht auf's Ergebnis.
Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, müssen die Individuen in der Einheit als solche geführt werden. Die individuellen Talente und Kompetenzen müssen so "orchestriert" werden, dass das bestmögliche Ergebnis erzielt wird.
Das ist allerdings mühsame Arbeit. Vielleicht ist das Team deshalb so beliebt, weil viele Führungskräfte meinen, sie brauchen nicht mehr die Einzelnen zu führen. Geführt wird das Team, nicht mehr eine Anzahl individueller Beschäftigter. Auch dass dabei auf den Gruppendruck gesetzt wird, ist letztlich ein Rückzug aus der Verantwortung als Führungskraft. Wenn man dann ein "sich selbst organisierendes Team" installiert hat, hat man es geschafft. Dann wird Führung überflüssig.