Wenn Mobbing vorliegt, liegt Führungsschwäche vor. Diese These hörte ich neulich auf einer Veranstaltung. Ehe ich auf diese Behauptung eingehe, muss ich gestehen, dass ich bei dem Begriff Mobbing zunächst zurückhaltend reagiere. In der Tat wurde die Bezeichnung erst im Laufe der siebziger Jahre in der wissenschaftlichen Diskussion verbreitet und hierzulande in der breiteren Öffentlichkeit in den neunziger Jahren. Dann erlebte das Phänomen allerdings einen gewissen Boom. Und wie das so ist mit medial vervielfältigten Begriffen, sie werden auf alle möglichen Erscheinungen - und auch oft vorschnell - geklebt ohne zu prüfen, ob das auch drin ist, was auf der Verpackung steht. Ich habe durchaus auch Mitarbeiter erlebt, die behaupteten gemobbt zu werden. Bei näherem Hinsehen, waren eher sie es selbst, die mit ihrem Verhalten ablehnende Reaktionen bei den Kollegen und Vorgesetzten hervorriefen. In der letzten Zeit habe ich allerdings den Eindruck, dass Mobbing in den Medien nicht mehr die große Rolle spielt. Vielleicht kommt es ja in der schönen neuen Arbeitswelt der Generation Y kaum mehr vor.