Freitag, 16. August 2019

Mitarbeiterbindung

Ein Schönwetterthema

Einen ähnlichen Beliebtheitsgrad wie Themen rund um Personalmarketing hat auch Mitarbeiterbindung. Was durchaus auch berechtigt ist. Geeignete Mitarbeiter zu finden, auf das Unternehmen aufmerksam zu machen, zu gewinnen und dann auch noch zu halten sind wichtige Aktivitäten. Solange wie alles gut läuft. Sobald die Unternehmensleitung den Eindruck hat, die Kosten seien zu hoch und/oder das Ergebnis entspricht nicht den Erwartungen ändert sich das abrupt. Werden die Personalmarketingfahnen meist noch eine Weile hoch gehalten, verschwindet die Mitarbeiterbindung sofort in der Schublade. Wenn gespart werden muss, wird zuerst und immer an den Personalkosten gespart. Der Wille Mitarbeiter zu binden verkehrt sich umgehend ins Gegenteil. Das wird auch dadurch kaum gemildert, dass Personalreduzierung in der Regel bei den Älteren anfängt, die mit teilweise komfortablen Modellen in den Ruhestand komplimentiert werden. Geht der Abbau dann noch weiter, erfolgt er "sozialverträglich". Wie auch immer das gestaltet wird, es zeigt, dass Mitarbeiterbindung ein Schönwetterthema ist, dass bei den ersten dunklen Wolken wie ein Sonnenschirm zusammengeklappt wird.
Mitarbeiterbindung ist allerdings auch aus anderen Gründen ein schwieriges und diffuses Thema. Ob ein Mitarbeiter sich binden läßt, hängt auch von ihm selbst ab. Das zeigen schon die Altersteilzeit- oder Vorruhestandsregelungen. Wenn die attraktiv genug sind, sind viele bereit ihre Bindung zum Unternehmen schnell zu lösen. Andererseits gibt es aber auch immer die, von denen man sich wünschen würde, sie würden sch nicht so eng an das Unternehmen gebunden fühlen und sich mal anderweitig umschauen. Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet mit einer traditionell sehr niedrigen Fluktuationsrate und sehr langen Betriebszugehörigkeiten. Da gab es - auch im Personalwesen - schon mal den leisen Stöhner "Ach, wäre unsere Fluktuation doch ein wenig höher." Die regelmäßige Zuwanderung von externen Mitarbeitern hat auch ihre Vorteile. Wenn man sich also mit Mitarbeiterbindung auseinandersetzen will, sollte man sich erst intensiv mit der eigenen Fluktionsrate beschäftigen und diese analysieren.
Dann braucht man eigentlich gar nicht mehr lange zu überlegen, wie man die Mitarbeiter bindet. Wertschätzende Fürhung ist eine sichere Methode.

Montag, 5. August 2019

Die Angst vor der technologischen Arbeitslosigkeit

So alt wie es technische Entwicklung gibt  

Die Furcht vor Arbeitslosigkeit, die durch technischen
Fortschritt bedingt ist, ist noch viel älter, als es die neben-
stehenden Spiegel-Titel zeigen. Schon bei Aristoteles läßt
sich ein Zitat finden, dass diese zum Ausdruck bringt:
"Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend,
das ihm zukommende Werk verrichten könnte,.....so bedarf es
weder für den Werkmeister der Gehilfen noch für die Herren
der Sklaven."  (Zit. nach IZA, Digitalisierung und die Zukunft
der Arbeit)

Es läßt sich in der Tat leicht nachweisen, dass die technische
Entwicklung immer von der Angst begleitet war, dass durch sie
Arbeitsplätze vernichtet würden. Die Geschichte der Maschinenstürmer des 19. Jahrhunderts ist noch gut in Erinnerung. Kein Wunder also, dass auch die Digitalisierung diese Ängste wieder blühen läßt. Sie wurden und werden befeuert durch etliche Studien, die vor allem bei den weniger qualifizierten Jobs Verluste prognostizieren. Dass die empirische Seriosität dieser Studien zuweilen zu wünschen übrig läßt, interessiert allerdings kaum mehr.
Meist wird der Wegfall dieser sogenannten Routinetätigkeiten
mit der romantischen Vorstellung verbrämt, die Menschen hätten dann mehr Zeit, sich den wirklich kreativen Tätigkeiten zu widmen.
Ganz abgesehen davon, dass die Beschäftigten, die wirklich
ihre Arbeit verlieren, sich darüber kaum freuen dürften, ist
dieser Effekt im Rahmen der bisherigen Entwicklung nie
aufgetreten. Durch technischen Fortschritt erzielte Produktivitätsfortschritte werden sofort wieder abgeschöpft, entweder durch höheren Output oder Personalverdichtung. Wobei der erstere Effekt dann auch wieder dafür sorgt, dass die negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung sich in Grenzen halten.
So kommen das ZEW (Zentrum für Europäische                        Wirtschaftsforschung) und IZA (Forschungsinstitut zur Zukunft der            
Arbeit) sogar zu der Prognose eines moderaten Beschäftigungs-
wachstums. 
Diese Aussage bezieht sich allerdings nur auf den
sehr kurzfristigen Zeitraum der nächsten drei Jahre.
Wie in jeder Phase technologischer Entwicklung wird es natürlich          

in Folge der Digitalisierung zu einer Veränderung von Tätigkeitenkommen. Die Wissenschaftler kommen aber zu dem Ergebnis, dass mehr Arbeitsplätze geschaffen als zerstört werden.
Allerdings weisen sie darauf hin, dass es auch zu einer
steigenden Einkommensungleichheit kommen kann.
Gut ausgebildete Fachkräfte, die komplexere Tätigkeiten
ausüben können, werden besser bezahlt als mittel bis gering
qualifizierte Kräfte. Auch das ist keine überraschende Erkenntnis.
Diese Effekte sind ebenfalls aus der Vergangenheit bekannt.
Bezogen auf die Auswirkungen der Digitalisierung sollte man
nicht nur mit rätselndem Blick nach vorne schauen, sondern sichdurchaus auch mal etwas Rückwärtsgewandheit leisten was
technologischer Wandel in der Vergangenheit bewirkt hat.

                          





                                                                               
                                                                                                
                                                                                                 
                                                                                             



Mittwoch, 24. Juli 2019

Challenge Management

Die bahnbrechenden Ideen des Dr. W. Klitschko

Früher haben sich Sportler nach ihrer aktiven Zeit als Schlagersänger versucht. Da die Ergebnisse oft nicht sehr überzeugend waren, kommen heutzutage immer mehr Sport-Ruheständler auf die Idee sich als Management-Gurus zu versuchen.
So auch Dr. Wladimir Klitschko. Der war nicht nur ein herausragender Sportler sondern hat überdies auch promoviert. Das erweist sich für eine zweite Karriere als Management-Berater natürlich als sehr hilfreich. Sein Ansatz, der unter dem wenig aufsehenderregenden Titel "Challenge Management" daher kommt, wird sogar an der Universität St. Gallen gelehrt (auf deren Homepage ich allerdings keinen Hinweis gefunden habe) und auch von SAP in Kursen genutzt.

Sonntag, 21. Juli 2019

Keine Ahnung

Was muss eine Verteidigungsministerin können?

Seit bekannt ist, dass AKK Verteidigungsministerin wird, gibt es wieder diese Diskussion "Ist sie dafür überhaupt geeignet". Nach meiner Wahrnehmung wird diese Frage vornehmlich bei der Ernennung von Verteidigungsministern diskutiert. Bei den anderen Ressorts scheint das in der Wahrnehmung der Bevölkerung offenbar keine so große Rolle zu spielen.

Sonntag, 14. Juli 2019

Start Up - Kultur

So bereiten sie ihre Organisation auf die Digitalisierung vor.

Sorgen sie für einen Cultural Change, verändern sie ihre Kultur in Richtung einer Start Up - Kultur.
Geht ganz einfach, bauen sie Hierarchie ab, wagen sie mehr Demokratie im Betrieb und vor allem, sorgen sie für Netzwerkstrukuren. Zugegeben in größeren Organisationen geht das nicht so ganz einfach, aber auch dort ist es möglich. Suchen sie sich eine passende nicht allzu große Einheit aus, gerne genommen werden entwicklungsnahe Abteilungen, gliedern sie in ein schickes Loftbüro außerhalb des Firmenareals aus und achten darauf, dass die Besatzung nicht älter wie vierzig ist. Dass die KollegInnen aus der Buchhaltung gleichzeitig mit ihrem Chef um Arbeit im Homeoffice feilschen müssen, braucht sie nicht zu stören. Über die wird ja auch nicht in der Unternehmenszeitung berichtet.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Berufsausbildung der Zukunft

Wie Herr S. die berufliche Bildung retten will.

Notwendigerweise muss auch die Berufsausbildung auf die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt ausgerichtet werden. Das versucht das Bildungsministerium mit einem reformierten Berufsbildungsgesetz. Dieses sieht wohl unter anderem vor, die berufliche Bildung durch neue Titel aufzuwerten. Herr S., der von diesen Ideen - nicht überraschend, aber berechtigterweise - nichts hält, meint in einem Interview sogar die Berufsausbildung müsse "gerettet" werden. "Traditionelle industrielle Berufsausbidung....mit strenger Normierung - Lernfließband statt Kreativlabor - taugt weniger für die digitale Ökonomie.", so sein Diktum.

Freitag, 28. Juni 2019

Der Personalreferent....

....ein gefährdeter Job ?

Der Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat berechnet, dass 50 Prozent der Arbeiten eines Personalreferenten von Computern übernommen werden können. Nach der New-Work-Theorie müsste das die Kollegen in Jubelstimmung versetzen. Denn danach könnten sie dann in der frei gewordenen Zeit endlich das machen, was sie wirklich wollen. Ob das allerdings gut ist, sei dahingestellt. Denn dann kommen etliche von ihnen auf dumme Gedanken und beschäftigen sich mit Strategischer Personalplanung oder ähnlich überkommenen Dingen. Manche haben auch schon versucht, die Entwicklung im Vorfeld auszutricksen und nennen sich nun Business-Partner.