....oder was Zeitungsverleger unter Stakeholdermanagement verstehen.
Meine regionale Tageszeitung hat diese Woche mehr als die Hälfte einer Seite des Wirtschaftsteils darauf verwendet, die Folgen des Mindestlohns unter der dramatischen Überschrift "Ganze Landstriche verlieren den Anschluss" an die Wand zu malen. Der Mindestlohn verursacht bei den Zeitungsverlegern die Umstellung des bisherigen Stücklohns (die Zusteller werden pro Exemplar zugestellter Zeitung bezahlt) auf den Zeitlohn. Das würde komplizierte Berechnungen verursachen und mache sogar den Einsatz von mobilen GPS-Geräten bei den Zustellern notwendig. Angeblich wäre die Mindestlohnabrechnung bürokratisch sehr aufwendig. Folge: Es wird in jedem Fall für den Abonnenten teurer, beziehungsweise Millionen Haushalte würden gar nicht mehr "betriebswirtschaftlich sinnvoll" versorgt werden können, so der Verband der Zeitungsverleger. Er sieht sogar die bundesrepublikanische Bildung gefährdet: " Ein Land, das Bildung als wichtigste Ressource habe, dürfe sich aber keine Versorgungslücken leisten."Wenn man sich einmal näher mit Leistungsentlohnung beschäftigt hat, kann man über die Argumente der Zeitungsverleger nur milde lächeln.