"Bosch vereinfacht mobiles Arbeiten, privates Telefonieren und Surfen am Arbeitsplatz" so hat das Unternehmen eine Presseinformation vom 10.10. überschrieben. Mit einheitlichen Regelungen zu diesem Komplex will man einen Kulturwandel für mehr Freiraum und Kreativität erzeugen. Ich hatte im letzten Post schon den Teil der Initiative kommentiert, der das private Telefonieren und Surfen betrifft. Wenn man das regelt, bin ich skeptisch was die Förderung von Freiraum und Kreativität angeht. Ich will der Firma Bosch aber nicht Unrecht tun. Grundsätzlich ist diese Initiative positiv zu bewerten.
Mittwoch, 15. Oktober 2014
Montag, 13. Oktober 2014
Lesen sie diesen Post während der Arbeitszeit?
Dann seien sie vorsichtig- sofern sie nicht bei Bosch arbeiten. Wenn sie in einer Firma arbeiten, in der die private Nutzung des Internets oder private Telefongespräche nicht erlaubt sind, wie nun bei Bosch, dann könnten sie möglicherweise Ärger mit dem Chef bekommen. Sie können ihr Gewissen allerdings damit beruhigen (und meine Eintelkeit befriedigen), indem sie vorgeben, sie lesen das aus beruflichem Interesse.
Im Ernst - ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich las, dass "beim Bosch", wie die Schwaben sagen, nun private Mails und Telefonate erlaubt sind. War das vorher verboten? Wenn ja, wie wurde es kontrolliert und, vor allem, wie sanktioniert? Offensichtlich ja, denn begründet wird die Massnahme mit der Erleichterung der Vereinbarung von Beruf und Familie. Die armen Bosch-Beschäftigten waren wohl vorher während der Arbeitszeit von ihrem privaten Umfeld isoliert, um sich ganz ihrer Arbeit widmen zu können. Vielleicht haben die Vorgesetzten ja bisher morgens die privaten Handys eingesammelt, um sie in den Pausen und nach Feierabend wieder auszuhändigen. Die Bosch-Leute werden sich über die neue Regelung sicher sehr freuen.
Im Ernst - ich habe mir verwundert die Augen gerieben, als ich las, dass "beim Bosch", wie die Schwaben sagen, nun private Mails und Telefonate erlaubt sind. War das vorher verboten? Wenn ja, wie wurde es kontrolliert und, vor allem, wie sanktioniert? Offensichtlich ja, denn begründet wird die Massnahme mit der Erleichterung der Vereinbarung von Beruf und Familie. Die armen Bosch-Beschäftigten waren wohl vorher während der Arbeitszeit von ihrem privaten Umfeld isoliert, um sich ganz ihrer Arbeit widmen zu können. Vielleicht haben die Vorgesetzten ja bisher morgens die privaten Handys eingesammelt, um sie in den Pausen und nach Feierabend wieder auszuhändigen. Die Bosch-Leute werden sich über die neue Regelung sicher sehr freuen.
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Freitag, 10. Oktober 2014
Mobbing
Wenn Mobbing vorliegt, liegt Führungsschwäche vor. Diese These hörte ich neulich auf einer Veranstaltung. Ehe ich auf diese Behauptung eingehe, muss ich gestehen, dass ich bei dem Begriff Mobbing zunächst zurückhaltend reagiere. In der Tat wurde die Bezeichnung erst im Laufe der siebziger Jahre in der wissenschaftlichen Diskussion verbreitet und hierzulande in der breiteren Öffentlichkeit in den neunziger Jahren. Dann erlebte das Phänomen allerdings einen gewissen Boom. Und wie das so ist mit medial vervielfältigten Begriffen, sie werden auf alle möglichen Erscheinungen - und auch oft vorschnell - geklebt ohne zu prüfen, ob das auch drin ist, was auf der Verpackung steht. Ich habe durchaus auch Mitarbeiter erlebt, die behaupteten gemobbt zu werden. Bei näherem Hinsehen, waren eher sie es selbst, die mit ihrem Verhalten ablehnende Reaktionen bei den Kollegen und Vorgesetzten hervorriefen. In der letzten Zeit habe ich allerdings den Eindruck, dass Mobbing in den Medien nicht mehr die große Rolle spielt. Vielleicht kommt es ja in der schönen neuen Arbeitswelt der Generation Y kaum mehr vor.
Sonntag, 5. Oktober 2014
Führen auf die alte Art?
Was ist das? Folgt man dem Leitartikel im Wirtschaftsteil der aktuellen Ausgabe der ZEIT (1.10.), dann ist damit offensichtlich die klassische hierarchie- und ergebnisorientierte Art der Führung gemeint. Was aber ist die Alternative? Weniger Hierarchie, mehr Netzwerk, mehr Partizipation und Demokratie, Nutzung der Schwarmintelligenz, Führungskräfte als Moderatoren und Coaches - es fallen die üblichen Schlagworte. Und es geht wieder einmal um eine Umfrage. In sogenannten Tiefeninterviews wurden 400 deutsche Manager im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums befragt. Das Bemerkenswerte: die Manager kritisieren die Art und Weise wie sie selbst führen. 78% sind der Meinung, dass es in Deutschland eine grundlegend andere Führungspraxis braucht. 51% der Kriterien, die den Führungskräften wichtig sind, sehen sie in ihrem Alltag nicht verwirklicht. Dem Leser bleibt allerdings verschlossen, welche Kriterien das denn sind. Offensichtlich sind sich die Befragten da selbst nicht so sicher.
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Beurteilungsysteme - eine klassische Führungskrücke
Es ist normalerweise elementarer Bestandteil der Führungsaufgabe mit den Mitarbeitern Gespräche zu führen und ihnen ein Feedback - kritisch wie auch positiv - zu ihrer Leistung zu geben. Doch gerade damit tun sich viele Führungskräfte schwer. Die Kommunikation verlässt oft nicht die fachliche Ebene. Kritik wird durchaus artikuliert, aber vorwiegend im kollektiven Rahmen. Auch wenn es berechtigt und notwendig wäre, unterbleibt die individuelle Ansprache, das in-die-Verantwortung-nehmen des Einzelnen. Davor haben viele Chefs Scheu. Und wenn es doch dazu kommt, weil es nicht mehr anders geht, erfolgt es in weich gespülter Form. Mit Lob ist es nicht anders. Es wird nur noch seltener eingesetzt als Kritik sowohl in kollektiver als auch in individueller Form. Der aus dem schwäbischen kommende Spruch: Nichts gesagt, ist genug gelobt, kommt nicht von ungefähr.
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Dienstag, 30. September 2014
Gute Arbeit
Was ist gute Arbeit? Haben sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Konkreter: Empfinden sie ihre Arbeit als gute Arbeit? Fairerweise sollten sie dann auch die Frage mitstellen: Leiste ich gute Arbeit? Diese Frage werden die meisten natürlich mit Ja beantworten. Wobei hier ein wenig mehr Selbstkritik gut täte. Denn manchmal ist ja die abgelieferte, nicht mängelfreie Leistung oder die eigene Arbeitseinstellung der Grund dafür, dass man auch die gesamte Arbeitssituation als negativ empfindet, weil man möglicherweise öfter Kritik gespiegelt bekommt.
Freitag, 26. September 2014
Das Kopftuch der Krankenschwester...
...ist auch ein Führungsproblem. Wie hätten sie sich verhalten, als Pflegedienstleiter, Verwaltungschef, Chefarzt oder sonstige Führungskraft in einem konfessionell orientierten Krankenhaus? Da kommt eine Krankenschwester, Muslima, plötzlich mit einem Kopftuch, nachdem sie jahrelang vorher ohne diese Kopfbedeckung zur Arbeit erschienen war.
Man sollte diese Situation nicht als Sonderfall, der nur unter besonderen Bedingungen vorkommen kann, einstufen. Wenn sie sich einmal genauer in ihrer Arbeits- und Führungssituation umschauen, werden sie möglicherweise ähnliche Fälle entdecken. Da verhält sich ein Mitarbeiter nicht (mehr) regelkonform ohne dass seine eigentliche Arbeit darunter leidet. Denn das können wir im vorliegenden Fall sicher unterstellen. Die Krankenschwester in dem Bochumer Krankenhaus hat ihre eigentliche Arbeit weiter ordentlich verrichtet. Sollte das nicht der Fall gewesen sein und der Kopftuchstreit wäre nur ein Vorwand gewesen, sich von der Dame zu trennen, sollte das Krankenhaus in jedem Fall seine christliche Ausrichtung hinterfragen.
Man sollte diese Situation nicht als Sonderfall, der nur unter besonderen Bedingungen vorkommen kann, einstufen. Wenn sie sich einmal genauer in ihrer Arbeits- und Führungssituation umschauen, werden sie möglicherweise ähnliche Fälle entdecken. Da verhält sich ein Mitarbeiter nicht (mehr) regelkonform ohne dass seine eigentliche Arbeit darunter leidet. Denn das können wir im vorliegenden Fall sicher unterstellen. Die Krankenschwester in dem Bochumer Krankenhaus hat ihre eigentliche Arbeit weiter ordentlich verrichtet. Sollte das nicht der Fall gewesen sein und der Kopftuchstreit wäre nur ein Vorwand gewesen, sich von der Dame zu trennen, sollte das Krankenhaus in jedem Fall seine christliche Ausrichtung hinterfragen.
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