Freitag, 20. März 2015

Managers do things right.....

.....Leaders do the rigth thing.

Dieser Spruch gehört zu den am meisten nachgeplapperten Sprüchen des Management-Dumpfsinns. Er klingt natürlich gut und läßt sich in Motivationspredigten für Führungskräfte trefflich einsetzen. "Ihr seid alle nur Manager - werdet endlich Leader, Seid keine Kopien sondern Originale, Haltet Euch nicht mit dem Bewahren auf, seid innovativ!" Und schließlich die Krönung allen Tadels für Manager: "Hört endlich auf zu verwalten und fangt an zu gestalten!" Zum Unsinn wird der Satz, wenn er als Gegensatz konstruiert wird. Aus dem Manager muss der Leader werden. Manager ist schlecht - Leader ist gut.
Völlig überdreht ist es allerdings einen "Übergang von der Führung zum Leadership" als den neuen Königsweg im Umgang mit Mitarbeitern auszurufen, wie es  brand eins in seiner aktuellen Ausgabe macht, deren Schwerpunktthema sinnigerweise mit dem Titel "Führung" überschrieben ist. Da werden all die sattasam bekannten Klischees wieder kolportiert: "..die hochqualifizierten Wissensarbeiter, die selbst zu Entscheidern auf ihrem Gebiet und damit zu ihren eigenen Führungskräften geworden sind." Als ob es in Organisationen nur hochqualifizierte Wissensarbeiter gäbe. Und sollte nicht schon lange jeder Sachbearbeiter auf seinem Fachgebiet selbst entscheiden können? Als Ergebnis einer Studie, in der 400 Führungskräfte für das Forum Gute Führung befragt wurden, wird festgehalten, dass "Hierarchisch dominierte Vorausplanungen ...mehrheitlich abgelehnt werden......Die klassische Linienhierarchie wurde zum Auslaufmodell erklärt." Und das darf natürlich auch nicht fehlen: "Die Führungskräfte prognostizieren sich selbst organisierende Netzwerke als Organisationsform der Zukunft." Können sie sich die Deutsche Bahn AG als sich selbst organisierendes Netzwerk vorstellen? Die Führungskräfte sind sich auch einig darüber, dass "die Fähigkeit, mit ergebnissoffenen Prozessen umzugehen, ein zentrales Merkmal von guter Führung ist." Warum halten sie dann so krampfhaft an Zielvereinbarungssystemen fest oder begrüßen gar eine strategische Personalplanung?
Man sieht, es ist schwierig in der Praxis mit der Unterscheidung zwischen Management und Leadership. Weil die Trennung in der Realität auch gar nicht möglich ist. Warren Bennis, ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der die Weisheit in die Welt gesetzt hat, war auch durchaus der Meinung, dass Manager lernen können, Leader zu sein. Die Unterscheidung taugt allenfalls analytisch, in dem sie auf bestimmte Eigenschaften hinweisst, die eine Führungskraft auch haben sollte: innovativ sein, original sein, gestalten zu können.....In der Praxis muss sie beides in sich vereinigen. Es gibt auch Phasen, in denen man Erreichtes unbedingt bewahren sollte. Jede Organisation muss gut verwaltet werden. Die Kunst ist der richtige Mix zum richtigen Zeitpunkt. Aber Banalitäten - die im täglichen Leben allerdings alles andere als banal sind - zu wiederholen, ist medial reizlos. Stattdessen wird der alte Wein in klangvoll aufgeblasene neue Schläuche gefüllt.