Donnerstag, 14. Februar 2013

Arbeitsüberlastung

Mehrfach habe ich hier schon über Burn-Out geschrieben. Ich erlebe in meiner meiner näheren und weiteren Umgebung immer wieder berufstätige Menschen, die über berufliche Überlastung klagen: Termindruck, lange Arbeitszeiten, ungünstiges Arbeitsklima. Diese Menschen sind nicht (oder noch nicht) Burn-Out-gefährdet aber sie sind stark belastet und gehen deshalb auch nicht mit Freude zur Arbeit. Immer wieder höre ich dabei auch Bemerkungen über unpassendes Verhalten der jeweils zuständigen Führungskräfte. Dabei muss man zwar das subjektive Empfinden des Erzählenden berücksichtigen. Was man hört, sind immer wieder die Klassiker. Druck wird einfach von oben weiter durchgereicht, kurzfristige Termine sind normal, Führungskräfte tun sich mit dem Entscheiden schwer und wie immer: es fehlt an Wertschätzung, Anerkennung, wenigstens persönlicher Wahrnehmung des Mitarbeiters.
Jede Führungskraft muss sich also darüber im Klaren sein, dass sie selbst einen Beitrag dazu leisten kann, welche Belastung ihre MitrabeiterInnen empfinden.
Auch wenn es richtig ist, dass Belastung, Überlastung, bis hin zum Burn-Out Phänomene sind mit komplexen Ursachen die durch die individuelle private Situation und letzlich auch durch gesellschaftlich-kulturelle Entwicklungen beeinflusst werden, kann das als Entlastungsargument für eine Führungskraft nur bedingt gelten. Neben der Grundanforderung, persönliche Wahrnehmung und Wertschätzung des Mitarbeiters, gibt es noch zwei Arbeitstugenden mit denen man Belastung reduzieren kann:
Effektivität - Die richtigen Dinge tun
Effizienz    -  Die Dinge richtig tun
Gerade die erste gerät oft in Vergessenheit und die zweite ist fast schon zur Manie geworden. Effizienz wird dauernd gepredigt. Welche Zahlenfriedhöfe werden damit begründet, Transparenz zu schaffen, um die Effizienz zu erhöhen? Wie lange haben diese Zahlen dann Gültigkeit, wer nutzt sie nach einer gewissen Zeit noch? Und wieviel Aufwand wurde in ihre Erzeugung gesteckt? Effektivität?
Wieviele Kostensenkungsprogramme sind tatsächlich effektiv? Auf Dauer?
Wieviel Termindruck, Aufwand und Unsicherheit und damit auch Belastung bei den Mitarbeitern wird durch derartige Aktionen erzeugt?
Wenn ich als Führungskraft in meinem Verantwortungsbereich auf Effektivität und Effizienz gleichermaßen achte, dann entlaste ich mich selbst und meine Leute.
Diese Tugenden gelten übrigens nicht nur für Führungskräfte. Es gibt immer noch zahllose Mitarbeiter, die ihre mails zur Sicherheit ausdrucken und ablegen, die mails mit Riesenverteilern schreiben, um ja abgesichert zu sein u.s.w.. Jeder kann hier bei sich selbst anfangen.