Dienstag, 13. Juni 2017

Virtuelles Team - Gibt's das überhaupt?

Kann es überhaupt ein "virtuelles" Team geben?

Ist ein virtuelles Team überhaupt ein Team? 

Es ist schon ein Kreuz mit dem Teambegriff. Weil als Inbegriff der "guten", funktionierenden Zusammenarbeit unumstößlich positiv besetzt, muss der Begriff für jegliche Formen der Zusammenarbeit in Organisationen herhalten. Die, die ihn benutzen, wollen damit zum Ausdruck bringen, dass sie an die Zusammenareit in dieser Gruppe, die sie als Team bezeichnen, besondere Anforderungen gestellt werden.
So ist es nicht verwunderlich, dass diese Anforderung auch an die Zusammenarbeit einer Gruppe von dezentral plazierten Mitarbeitern gestellt wird, die schwerpunktmäßig "digitalen Kontakt" haben.
Doch reicht allein schon eine gemeinsame Aufgabenstellung aus, um eine Gruppe zu einem Team zu machen? Gehört da nicht etwas mehr dazu? Oder ist der Teamgedanke im Laufe der Zeit schon so abgeschliffen worden, dass er für fast alles herhalten muss?
Doch brauchen wir uns darüber nicht den Kopf zu zerbrechen, wenn wir nach der Bedeutung von "virtuell" fragen: damit ist nämlich etwas gemeint, was "nicht echt ist, nicht in Wirklichkeit vorhanden...".
Also kann ein virtuelles Team gar nicht wirklich existieren. Bestenfalls als Sprechblase im Management-Sprech.
Sie mögen das für sprachliche Haarspalterei halten. Aber die Auseinandersetzung mit Zusammenarbeit und damit auch mit Führung fängt mit sprachlicher Präzision an. Wer gedankenlos
von virtuellen Teams plappert, der macht sich auch keine differenzierten Gedanken darüber, wie man mit solchen Zusammenarbeitsformen umgeht. Aber solange der Output stimmt, reicht es aus, wenn das Etikett gut aussieht.