Montag, 1. Juli 2013

Schicksal Überlastung?

Kürzlich las ich folgendes Zitat eines Burn-Out erkrankten Angestellten: "Ich habe mich in einem Unternehmen befunden, das ganz viele Schafe hatte. Schafe, die zwar blöken, die sich aber sehr schnell in eine andere Richtung treiben lassen...." (ZEIT Nr. 27) Er bemängelt dann weiter, dass Mitarbeiter zu wenig in der Lage sind konstruktive Kritik zu üben und nicht den Mut haben, auf eine Überlastsituation hinzuweisen. Damit spricht er einen sehr wichtigen Punkt im Umgang mit einer hohen Arbeitsbelastung an sowohl was die Reaktion darauf angeht als auch die Prävention. Hier sind in erster Linie wieder die Führungskräfte gefordert. Sie müssen erkennen, wie belastet die Mitarbeiter sind und müssen ein Klima schaffen, in dem über Belastung geredet werden kann. Nur so findet man auch Wege sie zu mildern. Aber auch die Mitarbeiter müssen den Mut aufbringen ihre Belastung anzusprechen. Das fällt etwas leichter wenn man ein Stichwort im o.a. Zitat beachtet: "Konstruktive Kritik". Damit ist also keinesfalls das ständige Meckern gemeint, wenn mal ein oder zwei Überstunden in der Woche anfallen, wenn eine Reise länger dauert oder vielleicht am Samstag garbeitet werden muss. Aber wenn man sachlich begründet darlegen kann, dass das Arbeitspensum bspw. im letzten Jahr kontinuierlich angestiegen ist und nun ein Volumen erreicht hat, das man nicht mehr alleine bewältigen kann ohne möglicherweise qualitativ schlechte Leistung abzuliefern, dann sollte man das seinem Chef darlegen. Und wenn das auch den Kollegen so geht, dann ist das ein gutes Thema für die Abteilungsbesprechung. Oft hat man als erfahrener Mitarbeiter ja sogar Vorschläge, was man tun könnte, um die Situation abzumildern. Dem wird sich kein einigermaßen wohlgesinnter Chef verschließen. Es führt aber kein Weg daran vorbei, dass eine Überlastung angesprochen werden muss. Auch wenn sehrwahrscheinlich nicht sofort Abhilfe geschaffen werden kann, Transparenz ist auch hier der erste Schritt zur Besserung.
Prävention fängt aber noch viel früher an. Gerade junge Mitarbeiter stürzen sich mit Engagement und Eifer in die Arbeit, sind fast ständig erreichbar und fühlen sich auch den Anforderungen gewachsen. Gerade in dieser Situation muss man aber schon die ersten Weichen stellen. Indem man sich die Frage stellt, welchen Stellenwert hat Arbeit in meinem Leben? Was ist mir sonst noch wichtig? Wenn man auf diese zweite Frage keine Antwort hat, dann sollte man sehr schnell mit dem Nachdenken darüber beginnen.