Mittwoch, 13. März 2013

Engagement - Ist das immer etwas Gutes?

Gewöhnlich ist der Begriff Engagement positiv besetzt. Das ist auch durchaus berechtigt. Wer sich engagiert, leistet etwas. Meist sogar mehr als von ihm verlangt wird. Wenn man von jemandem sagt. er ist engagiert, lobt man ihn und will auch zum Ausdruck bringen, dass er mehr tut wie vielleicht andere.
Aber ist das immer richtig? Ist das Engagement immer auf das richtige Ziel gerichtet? Ist das, was engagiert betrieben wird immer richtig, im Sinne von fehlerfrei?
Ich will in keinem Fall ehrenamtliches "Engagement" in Misskredit bringen. Wieviel Dilentatismus wird oft unter dieser Überschrift geleistet?  Mit sehr viel ehrlichem gutem Willen - was gerade deshalb dann noch nicht einmal kritisiert werden darf. "Aber er/sie ist doch so engagiert!" heißt es dann schnell. An diesem Beispiel wird die Zweischneidigkeit von Engagement deutlich.So wird der Begriff schnell zu einem Schutzschild, mit dem man alles mögliche verdecken kann.
Auch im Betrieb erleben wir es immer wieder. Der Kollege erstellt mit Fleiß und Akribie eine regelmäßig zu liefernde Auswertung ohne sich zu überlegen, wie er den Prozeß vielleicht vereinfachen oder mit etwas besseren Excel-Kenntnissen mehr Zeit sparen könnte. Wenn er dann auch noch vom Chef schief angeguckt wird, weil er immer so lange braucht, ist er sauer. "Da mache ich hier immer meine Arbeit und statt eines Lobes wird man auch noch angemeckert."
Also auch der Chef muss das Engagement seiner Mitarbeiter - und natürlich auch sein eigenes - hinterfragen.
Wir sind hier wieder bei Effizienz und Effektivität. Das muss er seinen Mitarbeitern vermitteln aber mit der notwendigen Sensibilität. Gerade dort, wo die Mitarbeiter im Glauben sind, sie arbeiten engagiert, muss man als Vorgesetzter differenziert reagieren. Engagement lobend bestärken aber gleichzeitig bei Bedarf korrigieren. Führung ist halt nicht einfach, muss aber engagiert betrieben werden.